


Die Geschichte des Ladens “Die Schrottwichtel” begann im Juni 2012, als Anke Krieger und Katja Reincke, die beide ihr Leben lang schon gerne mit Naturmaterialien und Gefundenem herumwerkelten, eine Möglichkeit suchten die entstandenen Kunststücke in die größere Welt zu bringen. Bald fand sich ein Kollektiv von ähnlichgesinnten Künstlerinnen, die zusammen das Ladenlokal in der Neustädter Straße 7 betrieben und jede auf ihre Art das Konzept “Kunststücke aus Fundstücken”interpretierten. Viel plasmageschnittenes und rostiges Metall und viel Holzarbeit charakterisiert diese Ära des Ladens, sowie die aufwendig gestalteten Taschen von Britta, die “Pöppel”-Kunst von Mela, die “Reh-nozerosse” von Anke, kleine Dioramas gestaltet aus H0-Modellfiguren von Katja, gefaltete Briefumschläge von Kai, Pappmaché-Tiere von Kiki …. und natürlich die “Schrottwichtel-Kurse”, die auf dem großen Tisch hinten im Raum stattfanden und jungen und alten Teilnehmer/innen die Möglichkeit gaben, selber kreativ zu werden und aus Mitgebrachtem oder im extensiven Kellerfundus Herausgesuchtem etwas Neues zu gestalten.

Ende 2018, zu einem Zeitpunkt wo viele Künstlerinnen des Teams den Wunsch hatten, etwas kürzer zu treten, wurde zufälligerweise direkt nebenan, immernoch Neustädter Straße 7, das Atelier von Schneidermeister Herrmann Peitz frei. Und so beschlossen wir, uns etwas zu verkleinern und eine Tür weiter zu ziehen.
Zuerst musste allerdings einiges getan werden, um das Schneideratelier, das aus verschiedenen Räumen bestanden hatte, zu einem einzigen und funktionalen Verkaufsraum zu machen…




Wände mussten eingerissen, dann gestrichen werden, Kabel gelegt und Waschbecken eingebaut, neuer Boden gelegt, Lampen installiert, neue Regalsysteme montiert werden… Schließlich war es aber soweit und wir konnten Februar 2019 den gelungenen Umzug mit Herrn Peitz feiern.

Es brauchte allerdings etwas Zeit um die Herausforderung zu bewältigen, die Atmosphäre vom alten Laden herüberzubringen mit nur der Hälfte des Platzes und ohne viele der ikonischen Einrichtungsgegenständen. Nach und nach, mit viel Umräumen und Umgestaltung fanden wir uns aber alle in unseren jeweiligen Ecken zurecht. Die Schrottwichtel-Kurse mussten wir allerdings aus Platzmangel erst einmal aufs Eis legen…





Anfang 2020 hatte das Team wieder einige Änderungen durchlaufen, Katja und Anke waren nun beide nur noch als “Gast-Künstlerinnen” dabei. Und dann kam im März, wie wir alle wissen, erstmal eine ganz schlimme Zeit. Mit der Corona-Pandemie einhergehend mussten wir den Laden schließen, und obwohl wir versuchten, die besonders treuen Kund/innen dennoch mit Liefer-/Abhol-Angeboten zu bedienen, war es eine herausfordernde und ungewisse Zeit. Auch im Team gab es in dieser Zeit einige Umschwünge und dadurch immer wieder Umgestaltungen des Gesamtlooks des Ladens wie man an dieser Ecke von drei verschiedenen Künstler/innen gestaltet sehen kann:



Während des zweiten oder dritten Lockdowns dachten wir uns dann, dass man die verlängerte Pause ja auch gut dazu nutzen könnte, den Laden einmal gründlich umzugestalten mit neuer Farbe an den Wänden und einer grundlegenden Umstrukturierung:






Das Ergebnis war dann auch sehr schön!







Inzwischen war mit den neuen Mitgliedern auch ein ganz anderes Angebot entstanden – durch Eike gab es nun textil-zentrisches aus Stoff- und Wollresten genäht oder gehäkelt, Inga brachte Schmuck aus Kork und Jacaranda-Schoten dazu, Yasmin bot Armreifen und Ohrringe aus filigranem Draht geformt, Charly machte Insekten und Heißluftballons aus alten Glühbirnen, Judith bereichterte uns mit aufwendig genäht- und gebatikten Kleidungsstücken…



Das jetzige Kapitel begann damit, dass das neue Team, mit dem neuen Look des Ladens und dem Post-Corona-Schwung auch einen Namenswechsel anstrebte. “Die Schrottwichtel” hatte perfekt zu Katja und Anke’s schrullig-lustigem Rost-Look gepasst, aber inzwischen identifizierten wir uns weniger damit und hatten den Wunsch nach etwas ein bisschen Neutralerem. Nach langem (!) Überlegen und viel Hin und Her kamen wir schließlich zu “Wandel-Ecke” – einem Namen, der unser Konzept des Verwandelns von Alt in Neu sowie die stetige Wandlung des Kollektivs beschreiben sollte. Nun stand einiges an: Neue Post- und Visitenkarten mussten gedruckt werden, das Ladenschild neu gestaltet und neue Social Media- und Webseite-Namen her, und der Anfang dieser Ära musste selbstverständlich gebührend gefeiert werden!





Inzwischen haben wir mit Daniel handgeschmiedeten Schmuck und Messer im Angebot und mit Sümeyra mit Ebru-Technik marmoriertes Papier, und wir haben ein neues Konzept um die allbekannten (sowie auch ganz neue!) Kurse wieder stattfinden zu lassen. Wir freuen uns darauf wie es nun weitergeht!